dnes večer – tonight!!!

02/09/2017  in Žďár nad Sázavou at Batyskaf

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statement: zine about sexism in music

Me, Chris, guitarist, drummer and singer, from KOTVA have been asked to write some text for a zine, which is about sexism in music, to be more precise – in front, behind and on stage. It‘s been requested to write about experiences, share strageties against negative situations or just to blow one‘s stack. So I wrote a very personal text and did an interview. The interview was an example of how I try to deal with situations that, in my point of view, would need more awareness – I try, as far as possible for myself, to confront people, ask what they think and try to dispute with them.

As the „editors“ of the zine, didn‘t want to publish my interview, I decided to publish both of my texts here on our bandpage [english and german version below]. I‘m still thinking, that a zine is not the right medium for texts that contain personal statemants and opinions, if they are going to be edited or not even published at all. Another point of critisim regarding this project, from my side is, that it wasn‘t possible to communicate personally, altough I asked for it.

Please feel free to comment/start discussions/share and talk about it and also get in touch with me!


Ich, Chris, Gitarristin, Schlagzeugerin und Schreierin von KOTVA, wurde gefragt einen Beitrag für ein Zine, das sich mit Sexismus in der Musik und zwar vor, hinter und auf der Bühne, beschäftigt, zu verfassen. Der Aufruf war über Erfahrungen zu berichten, Strategien gegen negative Situationen aufzuzeigen oder einfach Dampf abzulassen. Dieser Anfrage bin ich nachgekommen und habe einen sehr persönlichen Text geschrieben und ein Interview geführt. Das Interview dient als Beispiel dafür, wie ich versuche mit Situationen die aus meiner Sicht erhöhtes Bewusstsein brauchen umzugehen – ich versuche Personen, soweit es mir möglich ist, zu konfrontieren, sie zu fragen was sie denken und mich mit ihnen auseinander zu setzen.

Da die „Redakteurinnen“ des Zines, das Interview, das ich geführt habe nicht veröffentlichen wollten, habe ich entschieden, beide Texte an dieser Stelle, auf unserer Bandhomepage zu publizieren. Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass ein Zine nicht das richtige Medium ist, wenn Texte, die persönliche Berichte und Meinungen beinhalten geändert und/oder gestrichen werden. Weitere Kritik liegt für mich darin, dass im Rahmen dieses Projektes, trotz Anfrage kein persönlicher Austausch stattgefunden hat.

Gerne könnt ihr Kommentare hinterlassen/Diskussionen starten/den Beitrag teilen/darüber reden und mit mir in Kontakt treten!


Text I

First of all I wanted to rail against, rail against all the bad, discriminating and 
sexist incidents, which I have been part of on behalf of being a woman, in front, 
behind and on stage – as a person who makes music, is doing soundtechniques and as 
consumer of music. I wanted to talk about „positive discrimination“ within music: 
Just as I sit down at the drumset people are screaming and clapping hands- even 
before I did one hit on the drumset – just because I‘m playing an instrument, that
doesn‘t fit into a stereotype instrument for woman. - „No, thanks!“, I‘m thinking 
pissed. Listen and then make up your mind – if you like it it‘s fine, if you don‘t
like it, it‘s fine. But I decided not to getting deeper into that. I‘m writing why
I‘m making music:

I make music because I like it. 
I like the creative process. 
I like the tension.
I like making people think.
I like the idea of change.
I like to let go.
I like the necessity.
I like the loud.
I like the quiet.
I like to express feelings without saying a word.
I like sharing.
I like passion.
I like jumping.
I like screaming.
I like writing.
I like diversion.
I like the idea to reach someone, I don‘t know.
I like making music alone.
I like making music together.
I like it colourful.
I like it black.

I like making music, breathing music, listening to music, feeling music.
I don‘t want to be limited, I do not want to limit somebody else.

 

INTERVIEW

When I was thinking about this Zine, inevitably the topic of exclusion, popped 
into my mind. I like the idea that this zine wants tooffer support from women for
women. In my opinion, there‘s a lack of other points of view. So I did an interview
with a male (cis-) musician and I‘m curious about his answers, maybe you are 
interested as well:

Since many years you are making music all over the world in different 
constellations. Have you felt sexism on your own and/or did you experience it 
with other people?
Not myself, but with others yes. 
I experienced differences e.g. among countries or in comparison with the 
countryside and cities.

How did you react? 
Different, it‘s changing in years and with experiences that I had. By and by I 
learnt to rate my oparation rage and now escalations became more rare.

How did the affected people react?
Sometimes not at all, sometimes extreme.

How do you think there could be a change?
I think it‘s important to brouch the issues before something negative is happening,
respectivly latest in the moment of a problematic situation. It‘s important that
discussions are not just within one gender, everyone should be involved. 
One example would be inzines, which are about that topic, that all genders are 
welcome to participate and try to get different perspectives.

(How) do you contribute in a positive change? What can be helpful?
I show interest in what others say about it. I haven‘t been part of such a 
situation for a long time, so it wasn‘t easy for me to react.
I think sometimes extreme reactions are necessary, for change, sometimes it also 
can be contraproductive. Generelly it‘s important for me to see, that people who 
experienced bad situations are interested in change and show actively that my 
interest/my support is welcome. Mutual cooparativeness, openmindness, and 
helpfulness to learing to understand are essential. Experiences are definitely 
helpful.

What would you like the people around you to do regarding sexism in music?
More communication – not just between bands, also from the audience. There 
shouldn‘t be a focus just on the man-women balance in bands, also the audience 
should be various. Shows that are organized by women, should also invite men and 
vice-versa. Especially big organizers should be aware of their responsibility when 
asking bands to play – there are bands, they just need to be invited.

 

Text I [dt. Version]

zuerst wollte ich mich auskotzen.
auskotzen über all die unguten, diskriminierentden und sexistischen ereignisse, 
die ich im rahmen meines daseins als frau vor, hinter und auf der bühne erlebt habe
– als musikschaffende person, als tontechnisch tätiger mensch, als zuhörerin. vor 
allem wollte ich mich aber auf sowas wie „positive diskriminierung“ in der musik 
beziehen: ich setze mich ans schlagzeug und leute jubeln – noch bevor sie einen 
schlag gehört haben – nur weil ich als frau an einem weniger stereotypen 
musikinstrument für frauen sitze - „nein danke!“, denke ich mir dann verärgert. 
hört es euch doch an und macht euch dann eine meinung – gefällt‘s ist gut, 
gefällt‘s nicht ist‘s gut. aber ich habe mich entschieden nicht ausführlicher 
darüber zu schreiben. Ich schreibe jetzt warum ich musik mache:

ich mache musik weil ich es mag. 

ich mag den kreativen prozess. 
ich mag die spannung.
ich mag zum denken anregen.
ich mag die idee von veränderung.
ich mag das los-lassen.
ich mag die notwendigkeit.
ich mag das laute.
ich mag das leise.
ich mag es gefühle ausdrücken zu können ohne zu sprechen. 
ich mag das teilen. 
ich mag die leidenschaft. 
ich mag das herumspringen.
ich mag das schreien.
ich mag das schreiben.
ich mag die ablenkung.
ich mag die idee jemanden zu erreichen, den ich nicht kenne. ich mag alleine musik machen. 
ich mag gemeinsam musik machen. 
ich mag es kunterbunt.
ich mag es schwarz. 
ich mag musik machen, musik atmen, musik hören, musik fühlen. 
ich mag nicht eingeschränkt werden. ich mag das niemand eingeschränkt wird.


INTERVIEW

Als ich mir Gedanken zu diesem Zine machte, kam für mich unweigerlich die Frage 
der Exklusivität auf. Ich finde es sehr gut, dass dieses Zine Unterstützung von 
Frauen* für Frauen* bieten soll/kann/will. Für mich persönlich fehlen bei diesem 
Zugang allerdings auch andere Blickwinkel. Darum habe ich ein Interview mit einer 
musikschaffenden (cis-) männlichen Person gemacht und bin gespannt auf seine 
Antworten. Vielleicht seid ihr es auch:

Du machst seit vielen Jahren in unterschiedlichen Konstellationen international 
Musik. Hast du Sexismen an dir und/oder an diesen Personen erlebt? 
Bei anderen ja, bei mir selbst selten. Unterschiede habe ich bspw. in verschiedenen
Ländern (unterschiedliche kulturelle Zugänge), oder bspw. im Stadt-Land-Vergleich 
erlebt.

Wie hast du darauf reagiert? 
Unterschiedlich, das verändert sich mit den Jahren und mit Erfahrungen die ich 
gemacht habe. Im Laufe der Zeit habe ich gelernt meinen Aktionsradius besser 
einzuschätzen und so kommt es seltener zu Eskalationen.

Wie haben die betroffenen Personen darauf reagiert? 
Manchmal gar nicht, oft übertrieben.

Wie könnte sich etwas verändern? 
Ich denke, dass es wichtig ist, Probleme zu thematisieren und zwar schon bevor
etwas Negatives passiert, bzw. spätestens in dem Moment wo problematische
Situationen entstehen. Wichtig ist dabei, dass nicht nur innerhalb eines
Geschlechts diskutiert wird, sondern alle beteiligt sind.
Ein Beispiel wäre bei Zines, die diese Thematik beinhalten, dass alle Geschlechter
angesprochen werden und willkommen sind, andere Perspektiven einzunehmen.

(Wie) trägst du zu einer positiven Veränderung bei? Was kann dabei hilfreich sein? 
Ich interessiere mich dafür, was andere diesbezüglich zu erzählen haben. Ich war
lange selbst keiner solchen Situation ausgesetzt und daher war es schwer für mich,
darauf zu reagieren. Ich denke, dass manchmal übertriebenes Agieren notwendig ist,
um Veränderungen zu bewirken, manchmal kann es aber auch kontraproduktiv sein.
Generell ist es für mich wichtig zu erkennen, dass Personen die negative 
Erfahrungen gemacht haben, auch an Veränderung interessiert sind und aktiv zeigen,
dass mein Interesse bzw. meine Unterstützung erwünscht sind.
Gegenseitiges aufeinander zugehen, Offenheit und Hilfsbereitschaft zum 
Verstehen-lernen sind somit essentiell. Erfahrung ist definitiv auch hilfreich.

Was würdest du dir von deinen Mitmenschen in Hinblick auf Sexismen im Musikalltag 
wünschen? 
Mehr Kommunikation – nicht nur innerhalb von Bands sondern auch mit dem Publikum.
Es sollte nicht nur der Männer-und Frauenanteil in Bands beachtet werden, sondern 
auch darauf, dass das Publikum möglichst bunt ist. Bei shows die von Frauen 
organisiert werden, sollten ebenso Männer kommen und angesprochen werden, als auch
 umgekehrt. Vor allem große Veranstalter sollten sich ihrer Verantwortung beim 
Einladen der Bands bewusst sein – es gibt die bands, sie müssen nur eingeladen 
werden.

[Interview geführt von Chris]